Kleines Interview zur Bergwacht

 Von Birgitt Aurbach | 28.10.2009

Ich freue mich hier wie die Schneekönigin. Ich durfte Martin 10 Fragen stellen, damit wir alle etwas mehr über die Bergwacht, wie es dazu kam und die Vorbereitungen, erfahren.


© Birgitt Aurbach

 

Wie war es, nach „Sturm der Liebe“, sich auf eine neue Rolle einzustellen?

In jedem Fall eine gesunde Herausforderung, weil mir "Felix" im Laufe der letzten drei Jahre doch sehr ans Herz gewachsen war. Aber da kamen die Voraussetzungen, die die Figur "Andreas Marthaler" mitbringen sollte, ganz gelegen. Eine andere Körperlichkeit, weil er ja Extremkletterer ist und kein Bürohengst. Ein anderer Dialekt, der einen neuen Sprachrhythmus mit sich bringt und natürlich auch die andere Welt in der sich der neue Charakter bewegt. Alles in allem, glückliche Umstände, um mich von " Felix" ein wenig lösen zu können. Der " Kern" Martin bleibt natürlich der Gleiche, weshalb immer gewisse Parallelen bestehen bleiben werden.

Wie kamst Du zur Rolle in der Bergwacht?

Drei Wochen vor meinem Ausstieg bei SDL bekam ich einen Anruf von meiner Agentur. Eine Anfrage für ein Casting in Berlin. Also flog ich an einem drehfreien Samstag in die Hauptstadt und traf dort beim Casting dann auch zum ersten Mal den Regisseur Axel de Roche. Ein paar Stunden später saß ich wieder im Flieger zurück nach München. Am folgenden Montag kam die Nachricht, dass es noch einen Re-call geben würde. Selbe Welle selbe Stelle, diesmal nur mit anderen Partnern. Eine Woche später gab es dann die Zusage und damit die Aussicht auf eine richtig spannende Zeit..

Was hat dich an dieser Rolle gereizt?

Andreas Marthaler sollte einerseits ein waghalsiger Draufgänger sein, der mit den Achttausendern dieser Welt auf Du und Du ist, also ein Einzelkämpfer, wortkarg und versiert. Und auf der anderen Seite sollte er einfühlsam und verständnisvoll sein, ein Teamplayer, der für seinen verstorbenen Freund in die Bresche springt.

Wie hast Du Dich auf die Rolle vorbereitet?

Tja, da gab es schweißtreibende Stunden...;-) Viel Joggen, Mountainbiken, auf Powerplates, Crosstrainer, in der Kletterhalle, am Berg, mit und ohne Hanteln....Aber noch viel schwerer war da die Sache mit der Ernährung. Grundsätzlich ernähre ich mich gesund, aber ich esse einfach gerne viel und sehr gerne alles was mit Schokolade zu tun hat. Und genau davon musste ich mich verabschieden.

Wie bist Du privat zum Klettern gekommen und seit wann machst Du das? Woher hast Du diese "Leidenschaft" ?

Mitte der Neunziger Jahre war ich am Theater und musste für eine Vorstellung eine Burgmauer erklimmen. Da kam ich das erste Mal mit "Stein" in Berührung. Damit bei der Vorstellung auch alles gut geht, habe ich in einer Halle ein wenig trainiert und dabei Blut geleckt. Seitdem ist es eine Leidenschaft geworden, der ich in den letzten 5 Jahren leider nur nachkommen konnte. Um so größer war die Freude, als ich von "Marthalers" Profession erfuhr.

Kletterst Du privat in der Halle oder auch am Fels in der Natur?

Je nachdem was die Zeit zulässt. Für ein kurzes Vergnügen ist die Halle praktischer, aber das echte Klettergefühl, das "Einssein" mit der Natur, gibt's nur direkt am Felsen.

Welche war die schönste, und welche war die gefährlichste Situation beim Dreh?

"Two in one" heißt es beim Shampoo - trifft in diesem Fall aber auch zu: Es gibt eine Szene in der ich mit meinem Kollegen Stefan Murr, der den besten Freund von Andreas spielt, am Rand eines Felsplateaus sitze und wir unsere Beine über dem Abgrund baumeln lassen, unter uns 2650 Meter Abgrund. Das hat für eine Menge Adrenalin gesorgt. Aber der Ausblick und die Stille waren wie ein Kurzurlaub für die Seele.

Könntest Du dir vorstellen, diesen Job auch im "echten" Leben zu machen?

Ich bin der Meinung, um diesen Job zu 100% ausüben zu können, muss man in den Bergen großgeworden sein. Die Technik, das Training, die Menschenkenntnis, das alles kann man vielleicht im Laufe der Jahre erlernen, aber die Unberechenbarkeit der Natur, der Berge, das spezielle Wetter in den Bergen, die Erfahrungen, muss man mit der Muttermilch aufsaugen, muss man von klein auf live miterleben, um den Herausforderungen gewachsen zu sein.

Wie war das - wieder zwischen zwei Frauen zu stehen? Zumindest scheint der Trailer ja so was anzudeuten?

Naja diesmal waren die beiden zumindest keine Schwestern....;-) Das hat das Ganze schon mal viel einfacher gemacht. Aber so ganz ist es ja auch nicht der Fall. Sarah ist seine Freundin, und Emilie sein schlechtes Gewissen, wegen seines verstorbenen Freundes. Ob sich da in Zukunft etwas zwischen den beiden anbahnt, darf ich natürlich nicht verraten :-)

Dialekt oder Hochdeutsch? Was wird im Hause Gruber zuhause gesprochen?

Was gerade so aus dem Mund fällt.... ;-)

 

Vielen herzlichen Dank Martin, dass Du Dir die Zeit genommen hast, uns die Fragen zu beantworten.
Von Birgitt Aurbach | 28.10.2009